FAQ
Ist die Feldenkrais-Methode geeignet für mich?
Feldenkrais verbessert die Bewegungsorganisation ihres Nervensystems und damit ihres Körpers. Eine Steigerung von Effektivität und Bewegungsumfang kann für einen Sportler allerdings eine andere Bedeutung haben als für Menschen mit Bewegungseinschränkungen oder für ältere Personen.
Die Bandbreite der Feldenkrais-Bewegungen reicht von Bewegungen der Zunge und Augen bis zur Judorolle und Kopfstand. Jeder Lehrer setzt andere Schwerpunkte. Fragen Sie daher ihren Feldenkrais-Pädagogen, ob der jeweilige Kurs für Sie empfehlenswert ist.
Ich mache bereits Yoga/Fitnesstraining. Warum soll ich noch mehr machen?
Im Feldenkrais-Kurs erlernen Sie keine „Technik“. Sie verbessern ihre Körperwahrnehmung und Bewegungsorganisation. Diese Veränderungen lassen sich nutzen – die Beweglichkeit der Wirbelsäule ist für die Fitness so relevant wie für Yogaübungen, die Fähigkeit, sich leichter zu bewegen, hilft Senioren, Sportlern und Nicht-Sportlern gleichermaßen. Feldenkrais hilft darüber hinaus durch eine verbesserte Wahrnehmung, Verletzungen vorzubeugen und einseitige Belastungen auszubalancieren, die bei vielen Sportarten/Tätigkeiten auftreten.
Warum gibt es Einzel– und Gruppenstunden? Wo ist der Unterschied?
Empfehlenswert ist die Kombination beider Möglichkeiten, der Gruppenstunde (ATM: Awareness Through Movements) und der Einzelstunde (FI: Functional Integration). Obwohl die Herangehensweise zunächst sehr unterschiedlich erscheint, die ATM´s sind verbal angeleitete Bewegungsabläufe und bei FI wird über Berührung gearbeitet, basieren beide Ansätzen auf denselben Grundprinzipien. Die Gruppenarbeit ist für jedermann bezahlbar, spielerisch, kreativ. Sie ist hervorragend geeignet für Menschen, die ihre körperlichen Fähigkeiten erweitern, die Beweglichkeit verbessern, Verspannungen lösen und Spaß mit ihrem Körper haben wollen. Darüber hinaus gibt Ihnen diese Methode unabhängig von „Fachleuten“ die Eigenverantwortung für ihren Körper zurück. Die Einzelarbeit ist individueller und kann somit effektiver sein. Hier können spezifische Fragestellungen angesprochen werden.
Ich habe Schmerzen. Kann ich am Unterricht teilnehmen?
Feldenkrais legt den Schwerpunkt auf die Leichtigkeit bei der Ausführung einer Bewegung, nicht auf das Erreichen eines Ziels.
In Gruppenstunden erforschen Sie in einem möglichst schmerzfreien Bereich die Bewegungen Ihres Körpers. Wie kann eine Bewegung leichter werden? Halten Sie den Atem an? Welche Bewegungen empfinden Sie als angenehm, welche als ungewohnt oder beängstigend? Welche verschiedenen Möglichkeiten gibt es, um eine Bewegung auszuführen? Welche zeitliche und räumliche Koordination ermöglicht die einfachste Bewegung? Wo ist Muskelspannung hilfreich, und wo kann sie aufgegeben werden? Stimmt ihre Vorstellung mit der Realität überein? Ist der Schmerz, den Sie erwarteten, wirklich noch da?
Zu dem haben sie immer die Möglichkeit Bewegungen nur in Gedanken zu machen, und dennoch Veränderungen zu erzielen.
Der Feldenkrais-Pädagoge wird gemeinsam mit Ihnen nach Lösungen suchen.
Was ist der Unterschied zwischen Feldenkrais, Massage und Osteopathie?
Alle Methoden haben die Arbeit mit Berührung und dem menschlichen Körper gemeinsam. Darüber hinaus unterscheiden sie sich in ihren Ansätzen: Osteopathen arbeiten mit dem Skelett und den Inneren Organen. Massagen richten sich in der Regel an die Muskulatur. Die Feldenkrais-Methode benutzt Skelett und Muskulatur, arbeitet aber mit dem Nervensystem. Hier entsteht die Fähigkeit, Bewegung zu koordinieren und zu regulieren.
Was für eine Ausrüstung brauche ich?
Für eine Einzelstunden benötigen Sie warme, sehr bequeme Kleidung, möglichst langärmlig, und Strümpfe oder Socken. Für den Gruppenunterricht benötigen sie eine Decke und ein kleines Handtuch. Matten sind vorhanden. Besondere Sportkleidung benötigen Sie nicht, es spricht nichts dagegen, ihre Alltagskleidung zu tragen. Achten Sie darauf, dass die Kleidung (Hose) sehr bequem und sehr warm ist. Auch hier empfiehlt es sich warme Socken zu tragen. Brillen, Uhren und Schmuck können stören und sollten nach Möglichkeit abgelegt werden.
Wann kann ich in die Gruppe einsteigen?
Die Gruppenarbeit (ATM) basiert auf einer Sammlung von weit über 1000 Bewegungsabfolgen. Jede Stunde ist an die Gruppe angepasst und dadurch neu und anders, ein Einstieg in eine Gruppe ist grundsätzlich jederzeit möglich. Auch Anfänger können die Anweisungen problemlos verstehen und umsetzen. Die Übungen werden absichtlich nicht „vorgeführt“ oder „gezeigt“, sondern verbal angeleitet und während der Stunde erforscht. Es wird empfohlen ein Minimum an fünf Stunden zum kennen lernen zu besuchen, um einen Einblick in die Wirkungsweise zu bekommen.
Zahlt die Krankenkasse?
Die Krankenkasse übernimmt keine Kursgebühren. In manchen Fällen gibt es eine Bezuschussung im Rahmen der Präventionsprogramme.
Was ist die wissenschaftliche Grundlage der Feldenkrais-Methode?
Nach seinem Studium in Elektrotechnik, Mechanik und Physik arbeitete Moshe Feldenkrais ursprünglich als Nuklearphysiker im Labor des Nobelpreisträgers Julliot Curie. Gleichzeitig war er der erste Europäer, der einen schwarzen Gürtel im Judo erhielt. Sein Interesse an effizienter Bewegung erweiterte Feldenkrais durch Studien der Neurologie, Neurophysiologie und Pädiatrie. Moshe Feldenkrais selbst bezeichnete seine Arbeit nicht ohne Selbstironie als „eine Mischung aus Intuition und der Lehre einer kommenden Wissenschaft“. Ohne bildgebende Verfahren oder die Möglichkeit, Doppelblindstudien vorzunehmen, musste er den evidenzbasierten wissenschaftlichen Beweis (Wiederholbarkeit, Vergleichsgruppen, prospektiv …) schuldig bleiben. Neueste neurologische Erkenntnisse über den Einfluss der Emotionen (Damasio), die Neurogenese (Kandel, Merzenich) oder Spiegelneuronen (Ramachandran, Gallese) unterstützen seine Arbeitshypothesen.
